Das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) und die beschlossenen Reformen sind extrem umfangreich und kompliziert. Vorab ein paar Infos zum Einstieg:
Wir sind seit 2008 im Landkreis Sächsische Schweiz Osterzgebirge aktiv.
Seit 2016 betreiben wir das Internationale Begegnungszentrum in Pirna. Seit 2024 das "Sonnenfeld", ein Ort der Demokratie in Pirna-Sonnenstein.
Bei uns gibt es viele Angebote für Frauen*, ehrenamtliche Deutschkurse, Workshops, Ausstellungen, Feste uvm.
1951 Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) wird beschlossen. Denn die Katastrophen im 2. Weltkrieg zeigten: Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung brauchen weltweit verbindlichen Schutz.
Genfer Flüchtlingskonvention
"Nie wieder!"
Niemand darf in ein Gebiet zurückgeschickt werden, in dem Verfolgung, Folter oder unmenschliche Behandlung drohen.
Geflüchtete Menschen dürfen nicht allein wegen ihrer Einreise bestraft oder inhaftiert werden.
Jede Asylprüfung muss individuell erfolgen.
2026 Die Reform des Gemeinsamen Asyl-Systems (GEAS) der EU verstößt gegen grundlegende Regeln der Genfer Flüchtlingskonvention. Menschen auf der Flucht drohen gravierende Menschenrechtsverletzungen.
GEAS-Reform
"...ist jetzt?!"
Beschleunigte Grenzverfahren und Zurückweisungen an den Grenzen, bevor Asyl ernsthaft geprüft wurde.
Inhaftierung und geschlossene Lager für schutzsuchende Menschen
Pauschale Einstufung von immer mehr Staaten als „sicher“ ohne genaue Überprüfung der einzelnen Asylanträge
Einerseits entstehen neue Formen der Abschiebehaft, wie die sogenannte "Asylverfahrenshaft", die bei Fluchtgefahr angeordnet werden kann. Besonders schwerwiegend ist, dass hier selbst besonders schutzbedürftige Personen, sowie Kinder unter bestimmten Voraussetzungen inhaftiert werden können.
Andererseits entstehen neue Formen der Unterbringung, die zwar rechtlich nicht immer als Haft gelten, in ihrer Wirkung jedoch oft ähnlich restriktiv sind.
RoSa als Verein unterstützt FLINTA auf der Flucht beim Organisieren von Safer Spaces als Orte des Zusammenkommens und einander Aufbauens.
Gespräche bei Tee und Snacks, gemeinsame Bewegung, Handarbeiten und andere Aktivitäten können psychisch unterstützen und Wartezeiten überbrücken.
Sie bieten im besten Fall ein zeitweises Entkommen gewaltvoller Orte und fangen ab, wo staatliche Hilfe versagt.
Die GEAS-Reform 2026 (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) ist eine der größten Umstellungen des EU-Asylrechts seit Jahrzehnten. Sie bringt einheitlichere, aber auch deutlich restriktivere Verfahren mit sich. Es soll schnellere Asylverfahren,mehr Grenzverfahren und mehr Haft bzw. geschlossene Unterbringung geben. Dadurch werden Menschen häufiger an Außengrenzen festgehalten, Asylverfahren laufen unter Zeitdruck. Das lässt weniger Raum für individuelle Fluchtgründe.
Für Frauen und FLINTA-Personen auf der Flucht hat das spezifische Konsequenzen. Ein zentrales Problem ist, dass die Reform Vulnerabilität zwar anerkennt, aber nicht konsistent und oft zu oberflächlich.
Geschlechtsspezifische Gewalt wie sexualisierte Gewalt und Zwangsheirat werden oft nicht rechtzeitig erkannt. Screening-Verfahren sind kurz, sodass traumatische Erfahrungen selten sofort erkannt werden. Außerdem setzt die Reform stark auf geschlossene oder halbgeschlossene Unterkünfte.
Das erhöht das Risiko von sexualisierter Gewalt und Ausbeutung wegen fehlender Privatsphäre und eingeschränktem Zugang zu Schutzräumen. Eine sichere Unterbringung würde Lage und Gestaltung von Räumen so planen, dass es Gewaltschutz und -prävention gäbe!in Kooperation mit dem Netzwerk Kirchenasyl Sachsen
Wir bieten Rechtsberatung für queere Geflüchtete an:
gerede-dresden.de/queer-refugees-rechtsberatung-legal-advice
Wir bieten Beratung für asylsuchende, geduldete und arbeitssuchende Geflüchtete an.
Abschottung nach Statistik trifft die Schwächsten
Würde ist nicht verhandelbar
Jeder Mensch hat Recht auf ein individuelles Asylverfahren
Vor 3 Jahren haben wir an die damalige Bundesregierung zu GEAS appelliert:
"Keine Kompromisse auf Kosten des Flüchtlingsschutzes! Europaweit arbeiten politische und gesellschaftliche Strömungen auf die weitgehende Abschaffung des Flüchtlingsschutzes hin. Sie stellen die Allgemeingültigkeit von Menschenrechten, rechtsstaatlichen Grundsätzen und europäischen Werten infrage."
In 10 Wochen ist es soweit:
Mit der GEAS Reform wird der nicht nur an den Grundfesten des Rechtsstaates gerüttelt, sondern es werden auch bereits existierende Probleme des europäischen Asylsystems noch verschärft.
Die Seebrücke arbeitet auf eine Zukunft hin, in der alle Menschen sicher fliehen, migrieren, ankommen und bleiben können. Wir arbeiten dezentral und sind im deutschsprachigen Raum aktiv.
Gesundheit im Asylsystem: ein bewusst begrenztes Recht
The Refugee Law Clinic Leipzig is an initiative organised by volunteers. We offer free legal advice concerning matters of asylum and residence law.
Unsere Beratung ist kostenlos, unabhängig und nach Möglichkeit bzw. auf Wunsch anonym. In der Beratung liegt das Hauptaugenmerk auf einem verständlichen und ehrlichen Informieren und der gemeinsamen Abwägung von Handlungsmöglichkeiten. Wir verfolgen als Ziel, Geflüchteten und Migrant*innen die notwendige rechtliche Hilfestellung insbesondere im Asylverfahren zu geben.
Im Vordergrund steht die Schaffung des Zugangs zu kompetenter und vollständig unabhängiger Rechtsberatung, solange diese von staatlicher Seite nicht gewährleistet wird, obwohl das Recht auf Asyl ein verbürgtes Menschenrecht ist.
Darüber hinaus ist es mit Art. 16a im Grundgesetz als Grundrecht verankert.
Unsere Rechtsberatung kann erst am Ende einer langen Kette von Rechtsverwehrungen für Geflüchtete ansetzen.
Angesichts der gegenwärtigen unzureichenden und komplizierten Informationsbereitstellung für Asylantragsteller:innen bleibt unsere Beratung leider weiterhin notwendig, um die Lücke einer unabhängigen, unentgeltlichen und einzelfallorientierten Rechtsberatung am Ende einer langen Kette von Rechtsverwehrungen zu schließen, oder dies zumindest zu versuchen.
Über die Rechtsberatung und der Vereinsarbeit im Arbeitskreis hinaus versuchen wir durch Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit Themen rund um Flucht und Asyl sichtbar zu halten und in der Debatte einen Beitrag zu leisten.
Dabei muss uns bewusst sein, dass wir Teil des rassistischen Systems sind. Es bedarf eines strukturellen Umdenkens: Von einer eurozentrischen Haltung gegenüber Personen mit Fluchterfahrung, hin zu einer verständnisvollen Aufbereitung und Auseinandersetzung mit der Situation der Geflohenen in den Herkunftsländern und den Schwierigkeiten am Ankunftsort.
Wir sind SaLzig (Solidarität aus Leipzig). Wir setzen uns als Verein solidarisch für geflüchtete Menschen in Deutschland ein.
Unterstütze mit deiner Spende die Bezahlung von Anwaltskosten, Bustickets oder Ähnlichem. Das Geld wird auf jeden Fall weitergegeben!
Möchtest du eine Spendenquittung?
Schreib' uns dafür einfach eine E-Mail mit deinem vollen Namen, deiner Adresse und dem Betrag, den du vorhast zu spenden. Außerdem kannst du, über diesen Weg auch Fördermitglied werden. Das
geht schon ab 12€ im Jahr.
Kontoinhaber*in: SaLzig e.V.
IBAN: DE 9443 0609 6713 2370 4000
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Spende
Wir stehen für eine Welt ein, in der niemand aufgrund von Grenzen und Nationalstaatlicher Gewalt in seiner Freiheit eingeschränkt wird und unterstützen Menschen in ihren Kämpfen für das Recht, zu Bleiben. Insbesondere diejenigen, die aufgrund des einschränkenden Asylrechts, der bürokratischen Hürden und mangelndem Wohnraum gezwungen sind, in abgeschotteten Erstaufnahmeeinrichtungen unter prekären Verhältnissen in und um Leipzig leben müssen.
Wir verstehen uns als Netzwerk, und sind offen für neue Menschen in der Gruppe. Unsere praktische Arbeit besteht aus regelmäßigen Lagerbesuchen in der
Erstaufnahmeinrichtung Dölzig (40 Busminuten von Leipzig), um Willkommen zu heißen, kennenzulernen, zu vernetzen und eine Anlaufstelle für alle möglichen Fragen zu sein, die ausserhalb des
staatlichen Asyl- und Beratungssystems arbeitet.
Wir vermitteln an Beratungsstellen, Anwält*innen, Sprachkurse und bilden sogenannte Unterstützungsgruppen.
Oft handelt es sich um Fragen zum bürokratischen Prozess des Asylgesuchs oder Aufenthaltrechts, um den Wunsch nach regelmäßigen Deutschkursen oder medizinischer
Beratung.
Außerdem öffnen wir auch außerhalb von Dölzig regelmäßig Räume um Deutsch zu lernen, Fragen zu stellen und für Solidarität, politischen Austausch und gemeinsame
Organisation.
Unsere Spendengelder nutzen wir einerseits für direkte finanzielle Unterstützung z.B. für Bustickets nach Leipzig, Anwaltskosten, Beratungskosten. Denn das
Taschengeld, das in den Erstaufnahmeeinrichtungen ausgezahlt wird, reicht nicht aus, um ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben zu führen. Zudem wird den Menschen durch z.B. die rassistische
Bezahlkarte das Leben zusätzlich erschwert.
Daneben besteht unserere Vereinsarbeit auch darin, Aufmerksamkeit für abgeschottete Unterkünfte, die eingeschränkte Freiheit geflüchteter Menschen und
antirassistische Arbeit zu erzeugen. Dafür laden wir regelmäßig zum gemeinsamen Abendessen und Vorträgen im Zentrum Leipzigs ein und vernetzen uns mit anderen Gruppen, nutzen die kritischen
Einführungwochen an der Uni oder abschiebekritische Stadtrundgänge, um dem Thema Gehör zu verschaffen.